Re: Die Kirche sucht und die Evangelien haben es!
Geschrieben von Ahmet am 27. November 2001 20:50:20:
Als Antwort auf: Re: warum nicht? geschrieben von Pi am 26. November 2001 00:01:31:
Hallo Pi,
>> Immer dann, wenn jemand behauptet bereits den Stein der Weisen gefunden zu haben, ganz genau zu wissen, wer oder was Gott ist und was er will, erheben sich bei mir berechtigte Zweifel.
Bei mir auch, denn so etwas geht bei mir in den Bereich Esoterik (Geheimlehre). Das ist nicht mein Fall. Aber die Bibel ist für mich keine Esoterik. Und wenn man die Evangelien betrachtet, so sind diese die einzigen Zeugnisse des wunderbaren Menschen aus Nazareth mit dem Namen Jesus. Für mich sind die Evangelien die einzigen Quellen, welche mir die Wahrheit von Jesus wiedergeben. O.K. man kann denken, dass diese vier Evangelien nicht mit den über 50 Evangelien in aramäischer Sprache, die es einst vor der Bibel gegeben hat übereinstimmen. Aber wenn man so denken würde, dann müsste man auch die Lehre Jesus gleich vergessen. Ich las die Bibel und der Inhalt entspricht dem, was ich über Gott denke. Ich erfinde als unvollkommner Mensch nichts weiteres dazu (wie Philosophie und Esoterik) und mache keinen neuen Bund aus dem ewigen Bund mit dem ewigen biblischen Gott.
>> Außerdem geht es nicht darum, dass Gott unvollkommen wäre, sondern dass wir nicht vollkommen sind.
Für mich ist aber auch ein Papst, Kalife, Mönch, Rabbi, Guru, Paulus und auch Petrus nicht vollkommen. Es sind auch nur Menschen. Aber Gott ist für mich vollkommen und ewig. Also ist auch sein Wort vollkommen und gilt ewig. So auch in der Bibel.
>> 3. Jede Religion verändert sich mit der Zeit, weil die Lebensumstände der teilnehmenden Menschen sich verändern. Deshalb ist es vielleicht sogar besser diese Veränderungen zu dokumentieren und damit einen Schlüssel für die Weiterentwicklung zu produzieren.
Warum sucht der Christ nach einer Erlösung? Warum kann man nicht den Inhalt der Bibel akzeptieren und diese als Lehre leben? Da unterscheiden wir uns scheinbar. Da gibt es eine Lehre (Bibel), die nicht nur dem Menschen die Existenz sichert, sondern auch die der Natur. Ein kleines Beispiel für den Naturschutz aus der Bibel möchte ich Dir erwähnen. Wenn man die Speiseregeln einhalten würde, so wie es die Bibel uns lehrt, dann würden keine Walfische im Teller landen. Das ist nur ein klize kleines Beispiel, die für die göttliche Natur spricht. Das ist der wahre wille Gottes. Steht mehrfach unfehlbar in der Bibel. Könnte nicht das ein Heil beim Menschen bewirken?
>> Die Suche nach einer Urreligion ist ein schwieriger Wunsch. Immerhin wäre diese Weltreligion ein Motiv für klobalen Frieden.
Es gibt mehrer Weltreligionen und die Katholiken sind nur an zweiter Stelle nach dem sunnitischen Islam, die 1.4 Mia Mitglieder zählen. Die Grundlage für globalen Frieden findet man in der Akzeptanz anderer Religionen, nicht in einer Religion, in welcher missioniert wird.
>> Leider oder besser Gott sei Dank gibt es sie nicht, weil jeder, der dann von diesem Glauben abweichen würden, sicher ungeahnten Repressionen ausgesetzt sein wird.
Nicht, wenn die ewige Religion gelebt wird. Übrigens wie kommst Du darauf, dass die ewige Religion gesucht werden muss? Diese muss man nicht suchen. Sie ist in der Bibel nachlesbar. z.B. war Abraham weder Jude, Christ noch Muslime. Aber er lebte die Religion des biblischen Gottes, der ja ewig ist und gleichzeitig als vollkommen gilt.
>> Im Schnitt waren die Konzilien nämlich gar nicht schlecht. Wer sich intensiv mit ihnen auseinander setzt stellt nämlich fest, dass sie i. a. R. reformerisch waren. Sie unternahmen den Versuch die Kirche auf ihr ursprüngliche Fundamente zu stellen und dort abzusichern. Das war gar nicht verkehrt.
Wenn Du mit mir einig gehst und das ursprüngliche Fundament der Kirche nicht im heiligen Land, sondern aus römischen Kreisen entsprungen siehst, dann hast Du recht. Aber würde man die Konzile zurückverfolgen und alles rückgängig machen, was in den letzten 1700 Jahren beschlossen wurde, dann würden wir uns vom Gedankengut der Juden nicht unterscheiden. Das heisst, wir würden nicht nach Erlösung suchen, sondern nach dem Willen Gottes leben. Aber das ist nur meine Ansicht und genauso der Inhalt der Bibel. Natürlich ist das Christentum nicht mehr das, was es einst war und das erwarte ich auch nicht. Hauptsache, der Mensch der es braucht, kann sich an etwas festhalten.
Mein Verstand lässt deine Vorstellung, die ja nicht falsch sein muss, einfach nicht zu, weil ich in diesem Glaubensbild keinen Zusammenhang in der Bibel sehe. Ich verstehe auch nicht, warum Jesus als zentrale Gestalt gilt, wenn er trotzdem nicht angehört wird. Man braucht ja nichts zu erfinden, sondern nur die Evangelien zu lesen, um den Unterschied zwischen Kirche und Bibel zu sehen.
Wir beide sind verschieden denkend. Du bist für reformatorische Aktionen und ich bin gegen Reformation. Vielmehr glaube ich an den ewigen Gott und seine Vollkommenheit. Zum Glück muss ich mich nicht einer Religion bekennen. Gott alleine zu diehnen ist mein Weg. Die heiligen Schriften und ihre Geschichte zeigen mir den Weg Gottes auch bekenntnislos.
Gruss
Ahmet
>> von Pi geschrieben