Re: Die Zehn Gebote als Vorbeugung
Geschrieben von Ahmet am 04. April 2000 17:40:23:
Als Antwort auf: Re: Die Zehn Gebote als Vorbeugung geschrieben von Tina am 01. April 2000 09:40:39:
Hallo Tina,
Nicht verstanden? Kein Problem, machen wir mal ein Beispiel. Also, nehmen wir eine Familie, welche dieses Problem mit der Kindesmisshandlung zur Zeit erlebt. Wie ich bereits schon mal erwähnt hatte, ist es üblich(muss aber nicht in jedem Fall sein), dass schon diese Eltern bei ihren Eltern das gleiche erlebten. Nun gehen wir noch weiter zurück zu den Ur-Grosseltern dieser Familie. Auch da kann es bereits begonnen haben. Wir wissen nicht wo genau, aber irgend wo in dieser Ahnengeneration muss es begonnen haben. Und genau da wurden die Gebote gebrochen. Da sehe ich die Störung des Ahnenkreislaufs. Um daraus zu entrinnen muss die jüngste Generation reagieren. Das heisst, wie Du das richtig geschrieben hast, es muss Hilfe von Aussen her. Diese Hilfe muss vorallem die zuletzt betroffene Person von ganzem Herzen unterstützen. Denn es geht ja auch um die Zukunft dieser Person. Es ist auch empfehlenswert, bei schwierigen Fällen sich zu distanzieren. Aber das verurteilen sollte nicht verbal geschehen. Man soll es einmal sagen, dass es schlecht war, aber nicht verurteilen und immer darauf herumhacken. Schlussendlich ist es wie eine Krankheit (Psychologische-) zu sehen. Die misshandelte Person sollte das Geschehen, wenn es auch sehr weh tut, soweit möglich im Innern des Herzens (selbstbewusst) akzeptieren, denn nur so kann sie dieses Geschehen verarbeiten (mit Hilfe von Aussen) und in die eigene Zukunft schauen, damit es nicht wieder mit der nächsten Generation weiter passiert. Dann fängt nämlich der Generationenverlauf von vorne an. Und dann sollte die Vorbeugung (die Einhaltung der Pflichten, wie Du es sagst; oder das halten der Gebote, wie ich es sehe) nicht fehlen. Ich könnte die Vorbeugung auch ausdrücken, indem ich sage:"Lebe von nun an nach deinem Herzen!" Aber dieser Satz öffnet bei Vielen ein Fragezeichen, weil sie den Satz eben durch die sog. Störungen(Erlebnisse) der älteren Generationen nicht mehr wahrnehmen können. Diese fragen sich:" wie ist es den nun nach dem Herzen richtig, so oder vielleicht so?" Deshalb, ob es nun ein König, Prophet oder Gott selbst war, das ist nicht wichtig, entstanden diese Zehn Sätze. Es ist doch verblüffend, wie es zum Zusammenleben und Überleben des Menschen so präzise ausgerichtet ist. Ich glaube aber eher, dass das Wort "ehren" hat es uns beiden angetan. Wenn ich jedenfalls in einem Herkunftswörterbuch dieses Wort nachschlage, so steht da: "in Ehre(Selbstbewusstes) Handeln oder ehrliches Handeln". Und genau so verstehe ich das auch im Gebot.
Bei folgender Antwort habe ich etwas nicht ganz verstanden. Könntest Du mir bitte auf die Sprünge helfen? Ich schrieb:
> >Eins wird nun sicher klarer. Das Gebot, "du sollst Vater und Mutter ehren"
> >beinhaltet bereits auch dein vorgeschlagenes elftes Gebot ("du trägst deinen
> >Kindern gegenüber Verantwortung", denn es braucht bekanntlich immer Zwei
> >dazu, um Harmonie zu halten.
Auf das hast Du geantwortet:
> Jetzt interpretierst du aber selbst ganz schön was rein, was nicht dasteht.
> Ist ja o.k., aber genau das, was die Kirchen seit paar tausend Jahren auch tun.
Das mit den Kirchen verstehe ich, aber was meinst Du mit meinem "rein interpretieren"? Kann ja sein, dass ich etwas
übersehe. Bitte schreib mir, was ich überdenken soll.
> Menschen haben schon ziemlich ansehnliche kulturelle Leistungen hervorgebracht und ich finde, wir sollten uns da ruhig
> selsbt etwas zutrauen und die Verantwortung übernehmen, anstatt uns auf ein höheres Wesen zu berufen.
Dieses höhere Wesen hat uns doch berufen, ein Verantwortungsvolles Leben zu führen. Und wenn wir gehorchen, dann gehorchen wir doch unserem Herzen und damit auch unseren Mitmenschen. Mehr braucht es doch nicht. Wenn der Mensch das auch sonst, ohne an ein höheres Wesen zu glauben, hinkriegen kann, dann ist das ja auch gut. Das ist jedem freigestellt.
> hat auch den Vorteil, daß ein Überdenken und notfalls verbessern von Regelungen und Gesetzen möglich wird. Stellt man
> sie als von Gott gegeben dar, ist dies nicht möglich (also eigentlich auch eine sehr undemokratische Weltsicht), was meiner
> Ansicht nach die Chancen zur Weiterentwicklung der Menschen einschränkt.
Ist es wirklich undemokratisch, wenn Du selbst wählen kannst, was Du tun willst? Wenn es keine Herrscher in Menschengestallt gäbe, so wäre das für jeden Menschen möglich, Entscheidungen zu treffen, denn Gott hat jedem Menschen den Willen Gottes
geoffenbart, hat es aber jedem frei gelassen, ob er dieses halten möchte. Und wer es halt nicht halten tut, der fühlt meiner Ansicht nach selber, was nicht gut war. Auch wenn es manchmal lange dauert, bis die Einsicht da ist, schmerzen tuts jedenfalls. Nun ich wünsche es Niemandem, aber man sollte mal sein eigenes Verhalten prüfen, wenn es mal im Herzen schmerzen sollte. Niemand ist perfekt, aber Einsicht ist der Weg.
Liebe Grüsse
Ahmet