Re: Die Zehn Gebote als Vorbeugung

Ursprünge der Religionen

Geschrieben von Tina am 01. April 2000 09:40:39:

Als Antwort auf: Re: Die Zehn Gebote als Vorbeugung geschrieben von Ahmet am 27. März 2000 17:38:58:

>Hallo Ahmet,

>Wären die Zehn Gebote für Dich nachvollziehbar, wenn diese als Vorbeugung
>angesehen würden? Was denkst Du, warum es zu dieser sehr schlimmen
>Kindesmisshandlung kommen kann? Ist es nicht deswegen, weil der
>Ahnenkreislauf in einer bestimmten Generation auf einmal gestört wurde?

Das verstehe ich nicht. Was meinst du damit?

>Danach hätte ich sicher auch keinen Respekt mehr vor meinen Eltern. Aber
>die Verantwortung trage ich dann trotzdem meinen zukünftigen Kindern zu liebe.
>Wenn es aber mit den eigenen Eltern nicht stimmt, so ist es sehr schwierig,
>aus diesem Teufelskreis zu entkommen.

Natürlich hat man diese Verantwortung. Aber das ist es ja gerade. Ich denke
nicht, daß man Eltern, die ihre Kinder mißhandeln etc. verzeihen sollte, "nur" weil sie als Kinder selbst mißhandelt wurden. Natürlich ist das traurig, aber jeder hat die Verpflichtung sich seinen Kindern gegenüber angemessen zu verhalten. Wer das nicht kann sollte entweder keine Kinder bekommen oder sich ganz schnell Hilfe von außen holen. Wer dazu auch nicht bereit ist, verdient keinen Respekt.

>möglich wäre, sich selbst aus diesem schlimmen Ding zu entreissen, um die
>Gebote (Lebenseinstellung) wieder als Grundlage, Vorbeugung für die kommenden Generationen zu sichern.

Die beste Möglichkeit sich zu entreissen ist es meiner Meinung nach, das Verhalten der Eltern uneingeschränkt zu verurteilen (auch wenn sie einem leid tun)und sich von ihnen zu trennen (auch bzgl. räumlicher Distanz). Das macht es für einen selber leichter, sich anders zu verhalten, weil man nicht dauernd neu mit der Situation konfrontiert wird. Das ist zwar etwas, was der Familienromantik ziemlich zuwider läuft, aber es unterstreicht die klare Entscheidung gegen die Gewalt.

>Untersuchungen in den USA haben nämlich gezeigt, dass Eltern, die ihre
>Kinder misshandeln, als Kinder zumeist selbst misshandelt wurden. Manche
>Forscher vertreten die Auffassung, dass misshandelnde Eltern infantile
>Persönlichkeiten sind. Andere sehen eine häufigere Ursache darin, dass
>diese Eltern von ihren Kindern die Erfüllung ihrer eigenen (der Eltern)
>psychischen Bedürfnisse erwarten; werden diese Erwartungen enttäuscht, so
>geraten sie unter starken Stress, werden vor Zorn gewalttätig und misshandeln ihre Kinder.

Das kann schon alles sein, ist aber keine Entschuldigung! Wie gesagt, sich Hilfe von außen zu holen ist das allermindeste, wozu mißhandelnde Eltern verpflichtet sind und wenn sie das auch nicht schaffen, ist das vor allem ein Zeichen für Sebstsüchtigkeit (denken nur an die Folgen für sich selbst und nicht an ihre Kinder).

>Kindesmisshandlung tritt besonders häufig dann auf, wenn die Eltern infolge
>von Ereignissen im familiären Umfeld, auf die sie keinen Einfluss haben,

>Eins wird nun sicher klarer. Das Gebot, "du sollst Vater und Mutter ehren"
>beinhaltet bereits auch dein vorgeschlagenes elftes Gebot ("du trägst deinen
>Kindern gegenüber Verantwortung", denn es braucht bekanntlich immer Zwei
>dazu, um Harmonie zu halten.

Jetzt interpretierst du aber selbst ganz schön was rein, was nicht dasteht. Ist ja o.k., aber genau das, was die Kirchen seit paar tausend Jahren auch tun.

>Nun zum Thema Beziehung. Auch da hast Du natürlich Recht. Aber auch da gilt für mich, die Gebote als Vorbeugung oder Lebenseinstellung zu sehen. Natürlich ist mir klar, dass es nicht Sinnvoll ist, sich beieinander zu halten, wenn es für die Beiden nicht stimmt sprich, die Beziehung nicht funktioniert. Und wenn man es dann dennoch tut, so bricht man doch bereits das nächste Gebot, welches sagt, "du sollst nicht falsch Zeugnis ablegen gegen deinen Mitmenschen". Das wäre dann also eine schmerzende Lüge(Theater).
>Sehr wichtig ist die Ehrlichkeit in einer Beziehung und dass nichts
>erzwungen werden sollte. Da sind wir uns einig. Aber auch die
>Zehn Gebote sagen meiner Meinung nach nichts Anderes. Wenn das eine nicht
>stimmt, so wirkt ein anderes Gebot dagegen, bis es Schluss endlich wieder
>zum richtigen Handeln führt (....führen würde). Das Herz des Menschen ist doch so programmiert. Ist das nicht so? Das nimmt mich nun mal wunder. Ich werde die Zehn Gebote mal im Forum listen, um weitere Ansichten und Meinungen einzuholen.

Ich denke nicht, daß die 10 Gebote völlig unsinnig sind. Ich meine aber, daß es Situationen gibt, in denen sie nicht greifen (jedenfalls wenn man das mit der eigenen Interpretation weglässt, wie du es ja gefordert hast). Ansonsten glaube ich halt nicht an Gott und somit sind auch die 10 Gebote aus meiner Sicht von Menschen aufgestellt worden (König etc.). Das muß nun aber auch nicht heißen, daß sie nicht sinnvoll sind. Menschen haben schon ziemlich ansehnliche kulturelle Leistungen hervorgebracht und ich finde, wir sollten uns da ruhig selsbt etwas zutrauen und die Verantwortung übernehmen, anstatt uns auf ein höheres Wesen zu berufen. hat auch den Vorteil, daß ein Überdenken und notfalls verbessern von Regelungen und Gesetzen möglich wird. Stellt man sie als von Gott gegeben dar, ist dies nicht möglich (also eigentlich auch eine sehr undemokratische Weltsicht), was meiner Ansicht nach die Chancen zur Weiterentwicklung der Menschen einschränkt.

Viele Grüsse,
Tina





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