Re: geht's hier um die Bibel oder Kinderbibel?
Geschrieben von Don Pedro am 05. November 2000 21:13:47:
Als Antwort auf: Re: geht's hier um die Bibel oder Kinderbibel? geschrieben von Ahmet am 10. Oktober 2000 18:17:14:
Hallo Ahmet,
>... Auch in der Kirche wurde gepfuscht, wenn es um die Hinrichtungen (Verbrennungen) durch die Inquisition geht. Natürlich ist das Vergangenheit und wir leben heute. Heute können wir solche Handlungen nicht mehr vorstellen. Das ist auch richtig so. Bei dieser Überlegung gibt es jedoch ein Problem. Es ist zwar Vergangenheit, aber genau diese Vergangenheit hat uns geprägt (zum heutigen gemacht). Wir haben vieles aus dieser Zeit übernommen, welches bereits damals als Fehler galt. Wenn z.B. die Kirche ein Dogma erstellte, wurde es für die Gesellschaft verbindlich. Ich selbst lehne solche Lehren ab (nicht göttliche). Das muss aber jeder selber wissen.
Jeder macht, was er will, keiner, was er soll, und alle machen mit.
Wenn du mir den Zusammenhang von Bibelentstehung und Inquisition erklären würdest, fände ich das ganz toll.
Die Kanonbildung der Bibel ist bereits im 3. Jahrhundert abgeschlossen. Da fehlen aber noch tausend Jahre bis zur Inquisition.
Erst mit Luther beginnt die Diskussion wieder neu um einige griechischsprachige Bücher des Alten Testaments.
>Ich verstehe Dich, wenn Du meinst, es gibt viele unseriöse Philosophien, die an die Öffentlichkeit gelangen. Das ist schon so. Da wird so vieles herumphilosophiert, dass man das seriöse nicht einmal mehr erkennt. Bei dem Thema, welches Janin angesprochen hat, geht es jedoch nicht um esoterisches Material (Geheimlehren), sondern um Tatsachen, die in Geschichtsbüchern nachzulesen sind. Die Bibel ist nichts anderes als eine Sammlung von auserwählten Büchern.
Die Bibel ist weit mehr als nur ein Buchladen. Sie ist inspiriertes Wort Gottes. Damit gibt sie zuerst Zeugnis von Gott, weil ER Menschen durch seinen Heiligen Geist dazu befähigt hat, von ihm und seinem Willen Zeugnis abzulegen. Dies geschieht in der Sprache der jeweiligen Zeit und auf deren hermeneutischen Hintergrund. Deshalb muß Bibel auch heute verantwortlich gedeutet werden. Das ist kein beliebiges Geschäft sondern harte Arbeit.
Durch höhergestellte Kirchenmitglieder wurden bevorzugte Bücher und Briefe ausgewählt und haben dann diese Sammlung Bibel (griechisch tà biblia = Bücher) genannt.
Das klingt so, ob die Konzilien, die sich damit befasst haben, etwas Verbotenes oder Unanständiges getan haben. Im Gegenteil haben sie durch den bewußten Einschnitt, den sie gesetzt haben, die Einwanderung von Schriften aus dem Bereich der Gnosis und mit starker apokalytischer Prägung unterbunden. Das war absolut notwendig und keineswegs verwerflich.
Auch diese Akt gilt innerhalb der Kirche übrigens als inspiriert, was zeigt, daß auch nach dem offizielen Redaktionsschluß für die Bibel Gott sich weiterhin offenbart. Nur wichtigeres als die Bibel wird er nicht mehr sagen, weil alles wichtige gesagt ist.
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>Meine Quellen sind übrigens besonders Museen und Universitäten, welche im Fach Religionswissenschaften tätig sind. Mich würden deine Tipps auch sehr interessieren. Kannst Du mir mal diese aufzeigen?
Welche Universitäten meinst du? Sonderlich fundtiert erscheint dein Wissen nicht zu sein.
Leicht verärgert über ziemlich viel Ignoranz
Don Pedro