Re: Evolution? Natur? Weltordnung? Gott?
Geschrieben von Jack am 18. April 2000 20:24:43:
Als Antwort auf: Re: Evolution? Natur? Weltordnung? Gott? geschrieben von Ahmet am 14. April 2000 20:25:45:
>Es ist mir schon klar, dass die Bevölkerungszahl es nicht zulässt, ohne Eingriffe in die Natur zu überleben. Möglich ist es jedoch, bewusst zu Essen, so dass die Reserven der Natur nicht vom Menschen gestört wird. Das heisst, wenn man sich beispielsweise an die Speisegebote der Bücher Mose halten würde, so wären, nur mal ein Beispiel zu machen, die Wahle im Meer nicht bedroht. Oder ist es nicht so? Es muss ja auch nicht sein, das jeden Tag Fleisch im Teller liegen muss. Das ist aber vielen gar nicht bewusst. Ich denke, wenn wir bewusst handeln würden, so wäre es auch nicht nötig, die anderen Bewohner des Planeten in unsreren Dienst zu stellen.
>Gruss
>Ahmet
Zu einem grossen Teil kann ich dir da zustimmen. Es ist nicht notwendig, gleich vegetarisch zu leben, dennoch muss man nicht jeden Tag Fleisch essen bzw. in so grossen Mengen. Angesichts der dazu notwendigen Massentierhaltung und den damit verbundenen Qualen sollte Fleisch deutlich teurer werden, auf keinen Fall aber die Produktion subventioniert und durch künstliche Erhaltung der Märkte noch weiter gefördert werden, bis es dann zu Fleisch- und Butterbergen kommt.
Leider ist auch der Verzehr von Gemüse und Obst nicht so bewahrend, wie oft angenommen. Pestizide, Dünger und für Maschinen zugängliche Felder greifen auch in die Natur ein, ohne diese Errungenschaften wäre der Bedarf an pflanzlichen Nahrungsmitteln nicht mehr zu decken. Hinzu kommt in trockenen Gebieten die künstliche Bewässerung, dadurch werden vorhandene Wasservorkommen geschädigt, die Felder können versalzen.
Egal, ob Fleisch oder Gemüse, irgendwo muss die Nahrung erzeugt werden. Wir kritisieren jedes Mal die Abholzung der Regenwälder und vergessen dabei, dass unser Wohlstand auch auf der früheren Rodung der Wälder basiert. In Brasilien lebten zu Beginn der 90er Jahre 146 Millionen Menschen, wer kann es dem einfachen Volk verübeln, wenn es nicht auf dem Niveau eines Landes der Dritten Welt leben will?
Daher kann es für mich keinen grösseren „Schädling“ geben als die Menschen. Die meisten Tierarten können nur in einer bestimmten Umgebung leben und lassen daher genug Raum für andere Arten. Die Population hängt von mittelfristigen Faktoren ab, mangels der menschlichen Intelligenz können die Tiere sich nur beschränkt der Technik bedienen, um dieses Diktat zu brechen.
Die Menschheit hingegen ist intelligent und besitzt fortgeschrittenere Techniken der Kommunikation und Forschung. Was sollte sich anderes ergeben als eine Dominanz über die Natur, Überbevölkerung und erfolgreiche Kämpfe gegen unsere tierischen Feinde und Nahrungskonkurrenten?
FAZIT: Die Natur braucht keinen Bewahrer der Ordnung, schon gar nicht uns. Dort, wo niemand eingreift, entsteht ein Gleichgewicht zugunsten aller. Jeder Eingriff des Menschen verletzt die Harmonie; reduziere ich die Anzahl der Löwen (Auch unsere „Feinde“), muss ich auf ihre nun geschützten Opfer achten und ggf. jagen, um negative Folgen zu vermeiden. Wir könnten in Harmonie mit den Tieren und Pflanzen leben, müssten uns aber dann aber auch den grausamen Regeln stellen. Dass dies nicht zu den hochentwickelten Menschen passt, liegt auf der Hand.
Daher ist der Mensch für diese Aufgabe schlichtweg ungeeignet!
Aber etwas Gutes zum Schluss: Die Menschheit kann untergehen, aber nie das Leben auf der Erde. Selbst der atomarer Konflikt oder der Einsatz von biologischen Waffen wird von anpassungsfähigen Tieren überlebt werden...
Jack