Re: Was sagt Dir dieses Gebot: ...keinen anderen Gott neben....!?

Ursprünge der Religionen

Geschrieben von Tina am 09. April 2000 12:38:50:

Als Antwort auf: Re: Was sagt Dir dieses Gebot: ...keinen anderen Gott neben....!? geschrieben von huhngesicht am 07. April 2000 00:08:13:

Hi Huhngesicht,

>es ist nicht so einfach. Deswegen spuere ich hier nach, ich bin Biologe.
>Eine zweckgerichtete Emotion zum richtigen Zeitpunkt zu haben, ist auf Evolution zurueckzufuehren. Interessant auf der Suche nach einem Gott ist das Phaenomen Bewusstsein. Es ist ganz sicher massebabhaengig, eindeutig Bereichen des Gehirns zuzuordnen, aber das Phaenomen (sein Erleben) selbst, ist nicht ohneweiteres naturwissenschaftlich erklaerbar. Und Emotionen als Interpretation der Transmitterausschuettung durch das Bewusstsein sind laut Ahnmet somit ein Verstehen Gottes (Gott damit ein nicht beschreibbares Ueberbewusstsein) (tut mir leid, wenn ich Dich falsch deute, Ahmet). Damit will ich nicht sagen, dass das Phaenomen Bewusstsein nicht ohne Gott auskommt. Es kann sehrwohl das Nebenprodukt eines komplexen Hirnfunktion sein (ich befuerchte und glaube, es ist so), aber es erlaubt einen Ansatz.

Danke für die interessante Erklärung! Natürlich ist mir bekannt, daß die Wissenschaft nicht alles erklären kann (teils noch nciht, teils nie). Ab einem gewissen Punkt wirds immer Glaubenssache. Wenn ich dich richtig verstehe, könnte man Gott auch als ein Konstrukt auffassen, das dazu dient, das Unerklärliche zu erklären. Mir stellt sich in diesem Zusammenhang vor allem die Frage, warum man sich dieses "Ueberbewußtsein"
ausgerechnet als "Gott" vorstellt (wie man es nennt ist natürlich egal, aber in der Regel sind mit diesem Begriff ja auch bestimmt Vorstellungen verbunden). Insbesondere halte ich es für nicht ganz ungefährlich, sich "Gott" als eine Art Uebervater vorzustellen, dessen Geboten in jedem Fall Folge zu leisten ist (eine Uebertragung menschlicher, patriachalischer Organisationsformen??). Dies kann meiner Meinung nach dazu führen, daß die Gebote nicht in Frage gestellt bzw. "nachgebessert" werden können. Angesichts der gesellschaftlichen und sozialen Entwicklung (die eine Diskussion bestehender Normen erforderlich macht) ist das meiner Meinung nach schädlich und führt z.B. zur Radikalisierung (religiöser Extremismus) und Gewalt.

Um zu Ahmets ursprünglicher Frage nach der Bedeutung von Glaube und Religion zurückzukommen: Religion fängt meiner Meinung nach bereits damit an, daß man sich eine konkrete Vorstellung von etwas zu machen, das außerhalb der eigenen Wahrnehmung bzw. rationaler Erklärungen liegt (als Gott, Göttin, wissenschaftliches Konstrukt etc.) zu machen. Nicht erst dann, wenn man einer bestimmten Glaubensgemeinschaft angehört (so habe ich Ahmet verstanden).

Gruß,
Lisa





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