Re: Sterbehilfe ...

Die Ewige Religion

Geschrieben von Gabi am 15. April 2001 16:52:33:

Als Antwort auf: Re: Sterbehilfe ... geschrieben von Das lebende Wort am 12. April 2001 21:49:04:

Hallo :-),

also gleich mal vorweg: Daß es nicht einfach ist, weiß ich. Es ist sogar sehr, sehr schwierig, nur darüber zu diskutieren, ohne wirklich davon betroffen zu sein.

Ich denke nämlich, daß, wenn man in dieser schrecklichen Situation ist, man dann wahrscheinlich ganz anders darüber denkt, als man jetzt und hier im gesunden Zustand dahinplappert (-postet).

Und Du hast natürlich recht, wenn Du sagst, daß man einen Menschen, der nur noch daliegt, ohne Bewußtsein ist und vor sich hinvegetiert, leichter "abschaltet" (schreckliches Wort in diesem Zusammenhang!) als einen Menschen, der einen bei vollem Bewußtsein darum bittet.

Und das mit der sogen. "unheilbaren Krankheit": Ich denke, der betreffende Mensch weiß es in diesem Moment (in dem er darum bittet), daß er ohnehin sterben wird bzw. keine Hoffnung auf Heilung mehr hat. Und ich denke hier nicht an seelische Tiefs in der Chemotherapie-Phase, wo die Patienten sich z.B. die Seele aus dem Leib kotzen (sorry für den Ausdruck, aber er passt leider nur zu gut).

Ich bin Arzthelferin und hab schon viele solcher Chemotherapie-Patienten gesehen. Denen geht's wirklich sooooo schlecht, daß sie oft selber sagen: Ich möchte sterben. Aber redet man dann mit ihnen, dann sind sie sehr weit davon entfernt, es wirklich zu wollen, weil sie ja doch immer noch die Hoffnung auf Heilung haben.

Aber z.B. hatten wir einen 50-jährigen Magen-CA-Patienten im Endstadium. Der war bei vollem Bewußtsein, ihm half kein Morphium mehr, er schrie vor Schmerzen. Er lag im Bett und ihm brachen einfach so die Knochen - so zerfressen waren sie von den Knochenmetastasen! Und er war voll bei Bewußtsein. Er flehte jeden, der ins Zimmer kam, an, ihn doch zu erlösen (und ich finde, in dieser Situation ist das Wort "erlösen" richtig!). Die Ärzte sagten, er habe 100%ig keinerlei Chance mehr auf Heilung....

Ich meine solche Patienten, wenn ich für die Sterbehilfe plädiere.

Gruß, Gabi




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