Re: zu Siddartha (Buddha)
Geschrieben von Ahmet am 13. Februar 2001 19:28:28:
Als Antwort auf: Re: zu Siddartha (Buddha) geschrieben von Nina2 am 03. Februar 2001 17:19:43:
Hallo Nina2,
Das Siddartha nicht die 10 Gebote predigte, das ist ja klar, weil ein anderes Bild von Problemen in seiner Gegend herrschte. Und das wichtigste Gebot des Buddhismus ist auch nicht die Nächstenliebe. Das wichtigste Gebot im Buddhismus war einst: "Du sollst dich vom Leiden lösen, indem Du das Selbst in dir erkennst und nicht nach dem Lebst, was ein Anderer dir predigt (Brahmanische Priester)". Das könne man, so Siddartha, indem man seine "vier edlen Wahrheiten" und mit der vierten Wahrheit durch den "heiligen achtfachen Pfad" zur Erleuchtung gelangt.
Das heisst, man löst sich vom Leiden indem man sich vom Kreislauf der Wiedergeburten löst, welches von den Brahmanen durch die Reinkarnation eingeführt wurde. Dadurch, dass man den Glauben an die Reinkarnation ablehnt, wird auch die Karmalehre zum ungültigen Element. Nur wenn sich der einzelne Mensch von diesen, nach Siddartha, Irrlehren genannten Elemente befreien kann, so gilt er als erleuchtet.
Also hat Siddartha nicht eine Religion gründen wollen, sondern wollte eine durch Menschenhand entstandene, Leiden bringende, neue Religion verbieten. Dabei hat er aber nicht die Grundlagen des Menschlichen Verhaltens (glaube an Gott, Nächstenliebe, Moral-Gebote) abgelehnt, sondern nur die neu eingeführten Lehren der brahmanischen Priesterkaste.
Bei dieser Aussage beziehe ich mich auf den Inhalt der Tipitaka (deutsch: Dreikorb). Sein Inhalt wurde von den Jüngern des Buddha anfänglich mündlich weitergegeben und in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr. niedergeschrieben. Siddartha zog offensichtlich Volkssprachen wie den weit verbreiteten Dialekt Pali dem Sanskrit vor, einer Sprache, die in priesterlichen und gebildeten Kreisen Indiens verbreitet war. Doch nach dem Tod des Buddha akzeptierten seine Anhänger schließlich die Sanskrit-Sprache und übersetzten die ursprünglich in Dialekten ausgelegten Lehren ins Sanskrit. Große Teile dieser schriftlichen Sammlung, die auch als Sanskrit-Tipitaka bezeichnet wird, wurden ins Chinesische sowie ins Tibetische übersetzt. Vollständige ist er jedoch nur in Pali erhalten.
>>> Das ist schon richtig. Auch ein Atheist kann ein guter Mensch sein, wenn er die Grundwerte des Menschen fühlt und damit umgehen kann. Dazu braucht auch er keinen Gott. Ich hoffe einfach, dass auch diese vor Gottes Gericht kommen und nicht vor ein menschliches Gericht.
>> *grins* Das sehen wir Atheisten aber anders! :-)).
Was genau meinst Du da, was Atheisten anders sehen?
>> Ich glaube daher, daß auch die Menschheit insgesamt in der Lage ist, ihre derzeitigen sozialen, politischen etc. Probleme in den Griff zu bekommen. Auch wenn das noch ein weiter Weg ist, erscheint er mir doch aussichtsreicher als darauf zu warten, dass Gott diese Probleme löst ;-)).
Es ist richtig, das der Mensch handeln muss und nicht Gott. Im Glauben an Gott geht es aber auch nicht darum, das Gott die Probleme löst, sondern, dass der Mensch sich selbst bleibt und sich nichts irdischem unterwirft (unter anderem). Das heisst, kein Mensch soll die Macht über seine Mitmenschen bekommen ausser Gott. Lies doch mal das Ziel Gottes (unterer Link).
>> Ich glaube ja nicht an Gott, wie schon gesagt. Das erklärt vermutlich mein Interesse für den Buddhismus. Da ich aber an viele Aspekte des Buddhismus auch nicht glaube :-), muß ich wohl (ähnlich wie du??), auf eine Religion verzichten *lachlach*
Als Atheistin hast Du doch bereits auf ein "Weltliches System" (Religion) verzichtet? Oder siehst Du das anders? Als Buddhistin würdest Du versuchen, dich von Weltlichen Systemen (Religionen) zu lösen. Und wer noch daran arbeitet oder an diesen menschlichen Lehren hängt, der wird nach Siddartha "Pratityasamutpada" (deutsch: vom Entstandenen Abhängig) genannt.
In Dir sehe ich einen Menschen, der sich für ein moralisches Leben entschieden hat, mit Empathievermögen auf seinen Nächsten zugehen kann. Wenn das so ist, dann bleib doch so, wie Du bist. Auch wenn Du nicht an Gott glaubst, so denke ich, dass Du Gottes Weg folgst. Denn Gott warnt vor den Wölfen im Schafspelz, wenn Du weisst, was ich meine. Gott sieht in Dir den echten Gläubigen, denn Du gehst in seine Richtung, ohne an ihn zu glauben. Das hört sich vielleicht etwas merkwürdig an, ist aber eine Tatsache, wenn man bedenkt, dass es nicht auf die Religion ankommt, sondern auf jeden Einzelnen Menschen. Ja, es kommt auch nicht auf das religiöse Ritual an, sondern an deine Handlungen gegenüber deinem Nächsten (Gebote).
>>> Also ich persönlich sehe die Zehn Gebote als Ursprung Gottes.
>> Also das verstehe ich jetzt nicht ganz. Ich dachte immer, dass Gott als der Ursprung der 10 Gebote angesehen wird. Hast du dich hier nur vertan oder täusche ich mich hier?
Mit diesem Satz meinte ich nur, vor allen heiligen Schriften (Thora, Rigveda, Evangelien, Koran), die es gibt, gibt es einen gemeinsamen Ursprung. Diese existierten bereits, bevor diese Niedergeschrieben wurden in den Herzen der Menschen. Das sind die "Zehn Gebote". Also der Ursprung allen Glaubens.
Gruss
Ahmet
>>> Ahmet (früherer Beitrag)
>> Nina2