Re: WIEDERGEBURT - WAHN ODER WIRKLICHKEIT?
Geschrieben von Atze am 12. Januar 2001 14:07:22:
Als Antwort auf: Re: WIEDERGEBURT - WAHN ODER WIRKLICHKEIT? geschrieben von Ahmet am 20. November 2000 19:23:14:
Der Glaube an die Wiedergeburt ist ein Versuch des menschlichen Bewußtseins, mit der natürlichen Angst vor dem Tod fertig zu werden.
Die für die evolutionäre Arterhaltung wichtigen Dinge wie vor allem Nahrungsaufnahme und Fortpflanzung werden als etwas sehr Schönes erlebt. Dadurch tut man's ja immer und die eigene Art lebt weiter.
Der Tod ist aber nun genauso für die Evolution notwendig, er müßte infolgedessen etwas Schönes sein für uns. Aber dann würde es dazu führen, daß wir uns gerne selber umbringen, wir sollen aber unsere Lebensspanne ausleben, u.a. um den evolutionären "Auftrag" der Fortpflanzung zu erfüllen. Nur deshalb gibt es die Todesangst, eben als natürliche Hemmschwelle, um die Leute vorm Selbstmord abzuhalten. Aber wenn es dann mal soweit ist, ist es mit Sicherheit etwas, daß wir als schön erleben, aus oben genannten Gründen.
Letztendlich ist das einzelne Individuum völlig unwichtig für die Evolution. Nur wer sich selber für unheimlich wichtig hält (der gute alte antroposophische Mittelpunktswahn läßt grüßen), kann sich anmaßen zu glauben, daß er immer wieder geboren wird. Desweiteren liegt diesen Wiedergeburtsgedanken die klassische, absolute Sicht der Zeit zugrunde, nach der es nur eine für alle gültige ewig währende Zeit gibt. Das ist aber längst wiederlegt. Les' mal Einstein!
Das Universum (und damit auch die Zeit!) hatte einen Anfang. Und es hat auch ein Ende. Im übrigen ist die Zeit nur eine Dimension wie der Raum. Der Unterschied ist nur der, das Zeit auch die Schiene ist, auf der das Bewußtsein entlanggleitet, aber eben nur, solange es "lebt"!
Gruß Atze