Oh Show!
Geschrieben von Reiner am 21. Dezember 2000 19:46:19:
Als Antwort auf: OSHO-Sekte geschrieben von Michaela am 15. Dezember 2000 17:32:54:
Der ganze Bhagwan in folgendem Text. (1975)
Warum er die Botschaft 100000 Mahl wiederholen musste und doch nicht verstanden wurde, wirft ein Schlag(Bumm)Licht auf die JÜNGER.
Die waren zu allen Zeiten:
Idioten.
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Trau keinem Familienministerium!
1984.
*
Poona, April 1975
Ich lehre Euch nichts anderes als die Kunst zu sterben. Bevor Ihr neu geboren werden könnt, müsst Ihr sterben. Wenn Du stirbst, öffnest Du Dich den unendlichen Quellen des Lebens. Du stirbst tatsächlich in der Form, in der Du gegenwärtig lebst.
Im Moment kannst Du gerade noch überleben, aber leben kannst Du nicht mehr. Wohin Du Dich wendest - Mauern, Felswände. Diese Mauern sind aus Gedanken und sind härter als jeder Fels. Es sind Eure Ideologien und Bibeln. Ihr schleppt sie mit Euch, wohin Ihr Euch auch wendet. Euer Gefängnis klebt ständig an Euch.
Diese Mauern zu durchbrechen wird Euch wie Sterben vorkommen. Und in gewisser Hinsicht stimmt das auch, denn Du verlierst Deine gegenwärtige Identität dabei. Was Du jetzt bist, ist dann nicht mehr. Plötzlich ist etwas Anderes da....
Es war immer schon da, verborgen in Dir, Du hast es nur nicht gewusst. Ein plötzlicher Sprung - das Alte ist nicht mehr und etwas absolut Neues ist eingetreten. Dieses Neue hängt mit dem Alten überhaupt nicht zusammen. Es gibt keinen Zusammenhang. Eine Lücke klafft.
Und wenn Du zurückschaust, kommt Dir alles, was vor Deiner Wiederauferstehung lag, unwirklich vor. Das Alte verschwindet vollkommen. Darum sprechen wir von einem Tod. Eine absolut neue Welt zeigt sich Dir dann. Es ist nicht das Altbekannte in neuem Gewand.
Es ist eine Verklärung.
*
Sufismus ist Tod und Verklärung.
Der Sufismus ist das Herz aller Religionen, weil er kein Dogma kennt.
Krishna ist ein Sufi, Jesus, Mahavir und Buddha auch.
Jede Religion ist nur solange lebendig, wie in ihr der Sufismus lebendig ist und stirbt, sobald sie den Sufi-Geist ausgehaucht hat.
Das Christentum ist heute eine tote Religion. Es wurde von der Kirche umgebracht. Der Sufi-Geist verträgt sich nicht mit Dogmen und Theologien, und erst recht nicht mit Päpsten und Priestern.
Man kann das Herz nicht in Kirchen einsperren. Die Schöpfung ist die einzige Kirche, die es kennt.
Jesus wurde vom Christentum umgebracht. Was die Juden nicht geschafft haben (sie konnten ihn zwar kreuzigen aber nicht umbringen), erledigten die Christen.
Den Aposteln ist gelungen, was den Feinden misslang.
Ein Sufi ist ein Mensch des Herzens, ein Mensch der Liebe. Er fragt sich nicht wo das Universum herkommt oder wer es geschaffen hat oder ob es überhaupt jemand geschaffen hat. Er öffnet dem Leben und seinem unendlichen Geheimnis sein gesamtes Inneres.
Und das Wunder ist: Einer der überhaupt nicht fragt, genau der erhält Antwort. Anfang und Ende treffen sich in ihm, denn jetzt ist Er zum Mysterium geworden. Plötzlich sind alle Antworten da.
Nicht, dass Er etwa die Antwort auf alle Probleme gefunden hätte - es gibt plötzlich einfach keine Probleme mehr. Und zum ersten Mal hat Er dann alle Kräfte zur Verfügung: die Kraft, das Geheimnis zu leben, das sich Leben nennt, die Kraft Gott zu leben, die Kraft selber Gott zu sein.
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Als der Sufi-Meister Al Mansoor erklärte: „Ich bin Gott!“ brachten ihn die Moslems um. Sie konnten es nicht ertragen, dass er von sich behauptete, er sei Gott. So etwas vertrug sich nicht mit ihrer Theologie.
Doch wer in das Geheimnis des Lebens eindringt, ist kein Aussenseiter mehr. Er verschmilzt mit dem Geheimnis.
Und so erkennt er sich als Teil Gottes und Gott als Teil von sich.
Ein wahrhaft religiöser Mensch wird immer missverstanden. Wird er nicht missverstanden, kann er nicht wahrhaft religiös sein.
Was ihn betrifft sind alle Eure Wörter sinnlos. Eure Sprache insgesamt ist hier sinnlos, denn ein religiöser Mensch ist genau deshalb religiös, weil er alle Sprache hinter sich gelassen hat.
Sobald Du sprichst, wirst Du Teil einer Gesellschaft. Ein schweigender Mensch hingegen gehört keiner Gesellschaft an. Wenn Du zu reden aufhörst, fällst Du aus dem Rahmen der Zivilisation und menschlichen Gesellschaft. Du wirst eins mit den Bäumen, den Felsen, dem Himmel.
Religiosität ist eine persönliche Suche. Sie hat nichts mit Gesellschaft zu tun. Wahrhaft religiöse Menschen gehören nie zum Establishment. Es kann sein, dass ihnen das Establishment später folgt oder das sich ein Establishment um sie bildet. Aber sie selbst gehören nie dazu, weder zu einem fremden noch zu ihrem eigenen.
Viele Leute glauben, dass es fromme Gesellschaften gibt. Nein, die gibt es nicht. Manchmal hat es in der unendlichen Wüste der Kulturen ein paar Oasen gegeben. Aber das sind seltene Ausnahmen.
Zu Buddhas Lebzeiten entstand eine Oase: Ein paar tausend Leute. Aber was ist das schon im Vergleich zur Weltbevölkerung. Und in dem Augenblick, als Buddha verschwand, verschwand auch diese Oase.
Als Krischna zu Arjuna sprach, war das einer der Gipfelpunkte des menschlichen Bewusstseins. Aber die Gita....? Die ist nur ein Gedenkstein. Sie kann Euch nicht weiterhelfen. Du musst selbst zu einem Arjuna werden und Dir Deinen Krischna suchen.
Ein religiöser Mensch ist eine Miniatur Gottes. Ebenso wie Gott ist er paradox, widersprüchlich, göttlich und teuflisch zugleich.
Dem Verstand schwindelt......
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Bevor ihr religiös werden könnt, müsst ihr aufhören zu urteilen.
Jesus sagt: „Richte nicht Deinen Nächsten!“ und das ist einer der grössten Aussprüche, die je von einem Menschen auf der Erde getan wurden.
Aber für den Verstand ist das zuviel verlangt. Der Verstand urteilt immer augenblicklich.
Jedes Urteil ist falsch, weil alles auf der Welt so miteinander verknüpft ist, dass Du einen kleinen Ausschnitt davon niemals einschätzen kannst, solange Du nicht das Ganze kennst.
Alles hängt zusammen.
Dieser Augenblick hängt mit der gesamten Vergangenheit und der ganzen Zukunft zusammen. Die Ewigkeit trifft sich in ihm.
Alle Urteile sind falsch, weil sie einseitig sind.
Wenn Du also Deinen Verstand hinter Dir lassen willst - und anders kannst Du niemals innerlich zu wachsen beginnen - dann urteile nicht.
Ihr lebt in einem tiefen, kalten Tal.
Nicht einmal in euren Träumen habt ihr die Gipfel gesehen. Ihr könnt von Gott nicht träumen, weil ihr Euch Gott nicht vorstellen könnt. Ihr könnt Euch die Gipfel nicht vorstellen und nicht das Leben, das in einem Buddha pulsiert.
Aber ihr urteilt.
Ihr sagt: „Dieser ist ein Erleuchteter, jener nicht.“ Einem Erleuchteten könnt Ihr damit nicht schaden, weil ihm niemand schaden kann, aber Euch selber schadet Ihr mit Euren Urteilen.
Sobald Du urteilst, hörst Du auf geistig zu wachsen. Urteilen heisst stehen bleiben. Wer die Reise zum Höchsten antreten will, muss sich hüten zu urteilen. Es ist wirklich so, denn die Reise geht niemals zu Ende.
Von Gipfel zu Gipfel geht es weiter. Gott ist eine endlose Reise.
Nur die Allerentschlossensten, die mutig genug sind, jeden Gedanken an ein Ziel aufzugeben und nur im Augenblick zu leben, und zwar restlos, nur solche Menschen sind fähig, mit Gott zu gehen.
Haben sich Deine Urteile ersteinmal festgesetzt, wirst Du unfähig überhaupt etwas neues zu sehen.
Von da an lebst Du in einem Haus mit verschlossenen Fensterläden und hast Angst die Türe zu öffnen, denn wer weiss - eine unbekannte Wirklichkeit könnte eintreten um deinen ganzen Komfort, deine Sicherheit und deine gesamte Gemütlichkeit durcheinanderzuwirbeln. Doch das paradoxe: Nur wer mit dem Neuen geht, findet alle Schätze wieder, die im Alten verborgen liegen.
Mit einem, der nicht mehr bereit ist, die Augen zu öffnen, kann nichts mehr geschehen. Er ist lebendig begraben, er lebt schon nicht mehr.
Urteile basieren auf Wissen. Wissen ist Futter für das Ego.
Unwissen ist für das Ego Gift, der sichere Tod.
Aber der Tod des Ego bedeutet Dein Leben.
Lass Dich nicht nieder. Das ist gemeint, wenn es heisst, dass ein Sunjasinn heimatlos lebt.
Wanderer ohne Heimat, Wurzeln oder Anker in der Welt.
Leben mit dem Unbekannten, von Augenblick zu Augenblick. Wenn ihr in Unwissenheit lebt, werdet ihr über alles staunen - alles ist einmalig. Was Du in diesem Augenblick versäumst, hast Du für immer versäumt.
Wenn Du aufhörst zu urteilen, wird Dir bewusst, was Dich umgibt: ein riesiger Ozean aus absolut neuen Dingen, die aufsteigen und wieder verschwinden. Dann wird das höchste Bewusstsein in Dir explodieren.
Achte einmal darauf, wie oft Dein Verstand „Nein“ sagt. Sobald Du zu jemandem „Nein“ sagen kannst, gibt Dir das ein grosses Machtgefühl. Das Neinsagen ist für das Ego genussvoll, weil es sich stark fühlt. Bei „Ja“ löst es sich auf.
Sage nur noch „Nein“ wenn es absolut notwendig ist.
Das Nein schneidet einfach alle Verbindungen zwischen Dir und dem Anderen ab. Alle Möglichkeiten der Liebe, des Betens, der Meditation werden plötzlich zerstört.
Wenn du „Ja“ sagst, setzen sich die Wellenkreise fort und fort - bis ins Unendliche. Ein Ja-Sager muss früher oder später zum Gläubigen werden, denn jedes Ja gipfelt am Ende im Göttlichen.
Es gibt nur 2 Dinge, die unendlich sind: die Dummheit der Menschen und die Liebe Gottes. Wie sonst könnte der Mensch weiterleben?
Aber Gottes Erbarmen ist grenzenlos.
Eines Tages wirst Du wieder nach Hause zurückkehren und verstehen....
Jes.
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