Re: Hat Gott einen Namen?

Die Ewige Religion

Geschrieben von Magda am 21. Juni 2005 11:20:

Als Antwort auf: Hat Gott einen Namen? geschrieben von Ahmet am 09. Juni 2005 18:17:15:

>Lies doch einmal den Beitrag, den ich Liesa schon geschrieben hatte. Da wirst Du vielleicht auch verstehen, warum es den Eigennamen für Gott gibt.
>Das einzige, was man von Gott weiss, wie er zu nennen sei, hat er uns selbst mitgeteilt!

Hallo Ahmet,
Es ist teils falsch, was Liesa über JHWH schreibt. JHWH kommt in den Geschichten von Anfang an vor, bereits in Genesis. Wenn der Auszug aus Ägypten nach der Weltschöpfung war, und erst darin dieser Name vorkommt, ist entweder die Reihenfolge der Geschichten falsch und mit JHWH ist noch etwas anderes gemeint.

2.Mose3.14. ehieh ascher ehie: Die Übersetzer deuteten dies als ich bin der Daseiende. Das ist aber nicht die ganze Aussage. Mit ehieh ascher ehie kann man JHWH direkt erklären.

Jahwe ist ein anderes Thema. Damit geht nichts zu erklären und es gibt mit der Verschraubung KEINE Möglichkeit die Bibel zu verstehen.

In der jüdischen Religion wird die Aussprache von JHWH vermieden. Sie sagen "ha schem", der Name. Manfred Barthel berichtet in seinem Buch "Was wirklich in der Bibel steht", dass erst während der babylonischen Gefangenschaft das der Fall war. Nach dem Exil vermied man es im Alltag. Erst ein religiöser Eiferer, der Zelot Abba Schaul, hat im Jahre 150 n. Chr. erklärt, es sei verboten, JHWH auszusprechen, weil er eine Stelle in 3.Mose 24.16 falsch deutete. Dort heißt es "Wer den Namen mit VIER Buchstaben ausspricht, hat keinen Teil an der zukünftigen Welt". In der Einheitsübersetzung unserer Bibel steht jetzt in diesem Satz: "Wer den Namen des Herrn schmäht, wird mit dem Tode bestraft". Damit lässt sich nichts anfangen – als - wie gehabt - totschlagen. Wir sind aber toleranter, schon wegen vieler anderer Informationen und anderer Kenntnisse.

Jahwe kann als Aussprache nicht sein – auch wenn das in vielen Büchern, aus welchem Grund auch immer, behauptet wird. Schon bei der Aussprache zerbricht es einem fast die Zunge. Es geht gegen den Strich. Das zeige ich mit einem einfachen anderen Wort, ATH, ata gesprochen heißt du. Da wird das H auch nicht ausgesprochen, sondern als Lückenfüller für das A genommen, weil keine Vokale geschrieben werden.

JHWH wäre dann JA WE – und das hat VIER Buchstaben. Damit ist der Anteil an der zukünftigen Welt dahin. Man kann bei JHWH an viele Varianten denken. Ein Inhalt ist der tragende Aspekt. Man spricht, wenn überhaupt, Jehova. Da steckt das Wort Gegenwart drin. Die heißt hova, und das zukunftsträchtige I davor versetzt in die Zukunft. I ist in der 3. Person als Zukunftsform gebraucht. Ja We heißt ja (Kraft) we ist und? Eine dauernde Frage. Ob es dann zu Unglück kommt oder nicht. Es sind viele Überlegungen möglich, die bestimmte Aspekte anzeigen.

Bei den Bibelversen jedoch wird beschrieben, wie die Gegenwart ist, wie es zu Problemen kommt und vor allem wie die Zukunft besser zu machen ist – genau genommen, es wird angedeutet, wie es sein sollte. Sodass die Gegenwart angenehm ist, iii! hava jubelt man nur dann. Was für Varianten der Aussprache iii gibt es noch?
Was ist denn die beste Variante?

Deshalb stets Vorsicht mit Begriffen. Zuerst müssen wir die Einzelzeile kennen lernen. Unsere Religionen bestehen aus einer Menge von Unbekannten, übernommenen Vorurteilen, die zu einem riesigen Schutthaufen herangewachsen, schwer zu verdauen. Da ist Einiges an Aufarbeitung nötig.

Die Ideen der Philosophie hingegen sind leicht zu verstehen, wie Du an den "Freundschaftsregeln" und von anderen Teilen der Möglichkeit der Bibelauslegung einsehen konntest.

Falsch ist auch die Erklärung in dem Link Jesus "der Herr ist Hilfe"?? Jeschua ist einfach ein Zeitwort – nichts weiter. Da steht kein Herr und Hilfe. Jeschua kommt von ischa, erlösen, freisetzen, loslösen. Es ist gleichzeitig ein Befehl: Man soll retten oder ist (schon) geholfen worden?

Und Jesu? Es ist auch ein Zeitwort: Sie werden es machen!, sollten sie. Aber das ist ein anderes Kapitel.

Das alles ist vielleicht neu für Dich. Aber Du hast erlebt, dass die "10" Gebote doch gar nicht ausreichen, um ein friedliches Miteinander zu gewährleisten. In der anderen Auslegung - der gleiche Text vielleicht schon. Er zeigt, auf einen Nenner gebracht, doch viel einfacher um was es geht. Und ein weiterer Aspekt: Statt Ungereimtheiten in anderen Bibelstellen kommt immer wieder nur dieser positive Zusammenhang - mit spielerischer Andeutung aller Möglichkeiten.

Mit freundlichen Grüßen und Dank für die Antwort
Magda





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