Goethe war Muslim!

Die Ewige Religion

Geschrieben von Ahmet am 12. Mai 2005 11:46:01:

Lieber Chris, Liebe Leser,
Wie besprochen veröffentliche ich dein Mail, dass Du mir geschrieben hast, im Forum.

Chris: du erinnerst dich doch an meinen Vortrag, den ich über die Tempelritter hielt? du hattest mir ja das Bild des "Mahomet" oder anders, "Baphomet" beschafft, welchen die Tempelritter verehr(t)en. Damals hatte ich gute Kontakte, die mir einiges über die Freimaurer, über Goethe etc. erzählen konnten. Ich habe einige Untersuchungen angestellt und habe u. a. aus einem Zeitungsartikel folgende Informationen entnommen und möchte dies dir zum lesen geben. Ich hatte auch den "West-Östlichen Divan" von Goethe vor mir liegend und habe die angegebenen Stellen überprüft. Hältst du das für möglich?

Lasst uns gemeinsam herausfinden, ob Goethe und andere Freimaurer tatsächlich Muslime waren oder noch sind. Ich glaube schon, dass Goethe den Islam annahm, jedoch verstand er den Islam als Lehre der Gottergebenen und nicht als Institution.

Gruss
Ahmet

War Goethe ein Muslim?

Jedenfalls war Goethe nicht Freund der Kirche. Goethe sagte zum Ende seines Lebens: "Es ist gar viel Dummes in den Satzungen der Kirche." (Eckermann, 11.3.1832)

Goethe lehnt das christliche Bild von Jesus ab und bestätigt die Einheit Gottes in einem Gedicht seines :

«Jesus fühlte rein und dachte
Nur den Einen Gott im Stillen;
Wer ihn selbst zum Gotte machte
Kränkte seinen heil'gen Willen.
Und so muß das Rechte scheinen
Was auch Mahomet gelungen;
Nur durch den Begriff des Einen
Hat er alle Welt bezwungen.»
(WA I, 6, 288 ff)

Neben Jesus und Muhammed nennt Goethe, übrigens auch Schiller in den folgenden Versen auch Abraham, Moses und David als Repräsentanten der Einheit Gottes. Es ist eine bekannte Tatsache, daß Goethe eine starke Abneigung gegen das Symbol des Kreuzes empfand. Er schrieb:

«Und nun kommst du, hast ein Zeichen
Dran gehängt, das unter allen ...
Mir am schlechtesten will gefallen
Diese ganze moderne Narrheit
Magst du mir nach Schiras bringen!
Soll ich wohl, in seiner Starrheit,
Hölzchen quer auf Hölzchen singen?...»

Und sogar noch stärker:

«Mir willst du zum Gotte machen
Solch ein Jammerbild am Holze!»

Auch in "Wilhelm Meisters Wanderjahre" (Buch 2, Kap. 2) schrieb Goethe ziemlich unverblümt, daß es eine "verdammungswürdige Frechheit (sei), mit diesen tiefen Geheimnissen, in welchen die göttliche Tiefe des Leidens verborgen liegt, zu spielen." Man solle eher "einen Schleier über diese Leiden ziehen." Schließlich bezeichnet Goethe im Siebenschläfer-Gedicht des Jesus als Propheten: "Ephesus gar manches Jahr schon, ...Ehrt die Lehre des Propheten Jesus. Friede sei dem Guten!" (WA I, 6, 269)

Im Alter von siebzig Jahren schreibt Goethe (Noten und Abhandlungen zum West-östlichen Divan, WA I, 7, 153), daß er beabsichtige,
"ehrfurchtsvoll jene heilige Nacht (zu) feiern, wo der Koran vollständig dem Propheten von obenher gebracht ward"

Er schrieb auch:
"(es) darf sich über die große Wirksamkeit des Buches niemand verwundern. Weshalb es denn auch von den echten Verehrern für unerschaffen und mit Gott gleich ewig erklärt wurde." und fügte hinzu: "so wird doch dieses Buch für ewige Zeiten höchst wirksam verbleiben" (WA I, 7, 35/36)

Bis auf den heutigen Tag besitzen wir die Handschriften seiner ersten intensiven Qur'an-Studien aus den Jahren 1771/1772 sowie auch der späteren. Goethe las den Mitgliedern der Herzogsfamilie von Weimar und ihren Gästen die deutsche Übersetzung des Qur'an von J. Hammer (vermutlich auch die prosaischere englische Übersetzung von G. Sale) laut vor. Als Zeugen berichten Schiller und seine Frau über diese Lesungen. (Schillers Brief an Knebel vom 22.2.1815) Stets empfand Goethe die Mängel aller Übersetzungen des Qur'an (der lateinischen, englischen, deutschen und der französischen) und suchte unaufhörlich nach neuen Ausgaben. In seinem sagt er:

«Ob der Koran von Ewigkeit sei?
Darnach frag' ich nicht ! ...
Daß er das Buch der Bücher sei
Glaub' ich aus Mosleminen-Pflicht»

(WA I, 6, 203)

In einem Gedicht seines sagt Goethe:

"Närrisch, daß jeder in seinem Falle
Seine besondere Meinung preist!
Wenn Islam Gott ergeben heißt,
in Islam leben und sterben wir alle."

(WA I, 6, 128)

Über die Einheit Gottes sagte Goethe: "Der Glaube an den einigen Gott wirkt immer geisterhebend, indem er den Menschen auf die Einheit seines eignen Innern zurückweist." (Noten und Abhandlungen zum West-östlichen Divan, WA I, 7, 42)
Goethe spricht über den Unterschied zwischen einem Propheten und einem Dichter und bestätigt Muhammed so: «Er sei Prophet und nicht Poet und daher auch sein Koran als göttliches Gesetz und nicht etwa als menschliches Buch, zum Unterricht oder zum Vergnügen, anzusehen.» (Noten und Abhandlungen zum West-östlichen Divan, WA I, 7, 32)

Mehr Infos in Quelle: Islamische Zeitung, Nr: 5, 1995




Antworten:

Die Ewige Religion