Kino-Tip: KINGDOM OF HEAVEN

Die Ewige Religion

Geschrieben von Ahmet am 06. Mai 2005 15:21:56:

Liebe Leser,

Ich habe gestern den Film KINGDOM OF HEAVEN (Königreich der Himmel) gesehen. Er hat mir gut gefallen. Ich denke, der Film wird strengreligiösen Christen nicht gefallen, welche die Wahrheit nicht ertragen können.

Kurz nach dem Selbstmord seiner Frau wird der Schmied Balian (Orlando Bloom) von seinem Vater Godfrey Baron von Ibelin (Liam Neeson) aufgesucht, um dessen Erbe als Kreuzritter anzutreten. Balian, selbst des Mordes schuldig, folgt seinem Vater auf die Reise nach Jerusalem, wo er als Beschützer der Stadt in den Dienst des von Lepra zerfressenen Königs Baldwin (ein maskierter und eindrücklicher Edward Norton) gestellt wird. Der Machtkampf um die Stadt ist am brodeln und wird besonders von den ansässigen Tempelrittern geschürt, welche durch ihr Morden schliesslich eine Invasion des muslimischen Herrscher Saladin (Ghassan Massoud) auslösen. Womit Jerusalem damals - nicht anders als heute - aus Sturheit bzw Engstirnigkeit zu einer Stätte des Blutvergiessens wird.

Was mir sehr am Film gefallen hat, dass Religion und Glaube stets als zwei verschiedene Dinge dargestellt wurden. Der Glaube an Gott und das Gute haben beide Seiten. Die Religion jedoch sieht die andere Seite als Ungläubige. Die Charaktereigenschaften der Muslime, Ehrfurcht und Toleranz vor Andersgläubigen wurden gut dargestellt. So ist der Islam geschichtlich auch immer wieder aufgefallen. Noch besser fand ich, dass gezeigt wurde, dass auch unter den Kreuzrittern einige Rittergruppen die Muslime toleriert hatten und den Verstand so auch angewandt hätten. Das konnte man auch in der Späteren Geschichte in Europa erkennen. Dort wurden die Ritter vom Kaiser verfolgt und hingerichtet, weil diese eine Sympathie zu Andersgläubigen, besonders zu Muslimen zeigten. Wie historisch korrekt im Film ihre Schilderung des Kampfes um Jerusalem letztlich ist, scheint so nebensächlich wie die abgehobenen Dialoge. «Kingdom of Heaven» ist in seiner einfachen epischen Form ein Plädoyer für Toleranz, eine Kritik an der Absurdität der Glaubenskriege und ein Lobgesang auf den Idealismus, der hier als einzig wahres Mittel gegen Machthunger und Ausbeutung gesehen wird. Dieser Film schürt die Hoffnung, dass eines Tages Muslime, Christen und Juden in Frieden zusammenleben werden. Und für eine kurze Zeit hofften die Zuschauer mit. Ein Happy- End für Christen gab es zwar nicht, aber das Filmende spricht für Gott, unseren Schöpfer. Wenn es Gott so will, dann soll es auch geschehen, die letzten Worte vor der Kapitulation der Christen. Später gab es noch einige Versuche der Kreuzritter, Jerusalem zu erobern, hatten aber keinen Erfolg. Seit der Zeit Jesu hatten die Bewohner von Jerusalem, darunter Christen, Juden und Muslime gemeinsam fast 1000 Jahre Frieden, trotz den Angriffen der Kreuzritter.

Ich möchte hier bewusst zeigen, wann die Stadt Jerusalem von Gottergebenen Menschen geführt wurde und wann es andere Völker oder Religionen waren. Ich definiere hier die Gottergebenen als die monotheistischen Gott-Gläubigen, egal ob jüdisch, christlich oder muslimisch, die aber das Erbe des ewigen Bundes mit Gott seit Abraham tragen und die Zehn Gebote in ihrer Glaubensvorstellung mehr oder weniger befolgen. Da die Römer, die das heutige Christentum erfanden, nicht den Worten Jesu, also auch nicht diesem oben genannten Erbe folgen, habe ich das Christentum nicht als Gottergebene definiert. Gottergebene würden ja nicht Gottergebene verfolgen und töten!

GESCHICHTE VON JERUSALEM, dem KINGDOM OF HEAVEN

735 v.Chr.
Wirtschaftliche Blüte unter Gottergebenen Menschen (Makkabäer)
63 v.Chr.
Die Römer erobern die Stadt und bauen den Tempel wieder auf (Pompeius dem Großen, Herodes)
30 n.Chr.
Aufstände der Gottergebenen (auch Jesus) gegen die von Römern geduldete Pharisäische Priesterschaft
70 n.Chr.
Die Römer zerstören den Tempel wegen Aufstand der Gottergebenen (Titus)
130 n.Chr.
Wiederaufbau durch die Römer nach Aufständen (Kaiser Hadrian)
132 n.Chr.
Die Römer verbannen die Gottergebenen aus Jerusalem und machen daraus das heidnische „Aelia Capitolina“.
312. n.Chr.
Die Römer gründen das Christentum und verfolgten die Gottergebenen, welche die neue Staatsreligion durch die neue Römer-Taufe nicht annehmen (Kaiser Konstantin der Grosse)
614 n.Chr.
Gottergebene nehmen die Stadt wieder ein (Perser)
628 n.Chr.
Ost-Römer zerstören die Stadt und bauen sie wieder auf (Kaiser Heraclius)
637 n.Chr.
Gottergebene erobern die Stadt und führen die Religionsfreiheit ein. Alle leben im Frieden zusammen (Kalif Omar I.)
1071
Die Seldschuken (Turkvölker) nehmen die Stadt ein. Wenig später werden sie zu Gottergebenen und gewähren ebenso allen Richtungen Freiheit in Religion.
1099
Die Kreuzritter nehmen die Stadt ein. (Adligen Gottfried von Bouillon) und die gottergebenen Bewohner werden getötet.
1187
Gottergebene schliessen Frieden mit den Christen und ziehen in die Stadt ein (Saladin)
1244
Die Christen werden durch Überzeugung zu Gottergebenen. Die Stadt ist in den Händen der Gottergebenen. In den nächsten Jahrhunderten kehren die in Europa verfolgten Gottergebenen nach Jerusalem (Palästina) zurück. Alle Glabensrichtungen leben lange Zeit im Frieden zusammen.
1917
Die Briten erobern Palästina und gründen ihr Mandat
1947
Die Vereinigten Nationen teilen Palästina und die Stadt in ein eigenes Gebiet, um den neuen Staat Israel auf dem Boden von Palästina zu gründen. Die Armeen von Neu- Israel erobern die Westseite der Stadt. Die überlebenden Gottergebenen aller Glaubensrichtungen werden vertrieben.
1967
Auch die Osthälfte der Stadt geht an das Neue Israel. Der Friede ist seither gebrochen und die Kämpfe nehmen immer grössere Ausmasse an. In dieser Führung haben auch Christen keinen Frieden mehr.

Gruss
Ahmet




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