Re: ergaenzung aus islamischer sicht

Die Ewige Religion

Geschrieben von Ahmet am 21. April 2005 13:55:36:

Als Antwort auf: ergaenzung aus islamischer sicht geschrieben von nour iman am 20. April 2005 20:19:51:

Hallo Nour Iman, der Friede sei auch mit dir,

Schon länger nichts mehr von Dir gehört. Ich hoffe es geht Dir gut.

Nour Iman: du kritisierst hier die bezeichnung des papstes als "stellvertreter Gottes", was ich in dieser auf den papst bezogenen ausschliesslichkeit auch unterstuetze. doch bedenke, dass laut Qur'ân der mensch im allgemeinen der stellvertreter Gottes auf erden ist mit all den verpflichtungen, die schoepfung zu respektieren und zu schuetzen.

Ich verstehe, was Du meinst. Ich weiss aber nicht, ob man dies vergleichen kann. Denn unter Stellvertreter verstehe ich, jemanden ersetzen, der nicht mehr in der Lage ist, eine Stellung zu halten. Z.B. hat jeder Staats- Präsident einen Stellvertreter. Aber nicht in jedem Fall kann der Stellvertreter wichtige Entscheidungen treffen. Eben nur dann, wenn der Präsident dazu nicht in der Lage wäre.

Wer genau entscheidet, wann Gott nicht mehr in der Lage sein soll, selbst zu entscheiden?

Das, was Du aus dem Koran ansprichst, hat mit Aufgaben bzw. Geboten zu tun, die der Muslim auf der Erde zu erledigen hat. Natürlich ist darin u. a. auch erhalten, die Verantwortung über den Schutz der Erde und Natur zu übernehmen. Das kann man aber nicht gleichsetzen mit der "Stellvertretung Gottes". Denn der Muslim (deutsch: Ergebener), so glaubte ich jedenfalls zu wissen, hat sich trotz dieser Verantwortung Gott unterzuordnen. Denn, so sagt der Koran auch: "Gott zeugt nicht und wurde nicht gezeugt; es gibt keinen, der ihm gleicht" (Koran 112 3-4). Gott ist also nach wie vor die höchste Instanz und lehnt die Mönchschaft bzw. Priesterschaft ab. So hat sich auch Jesus in den Evangelien geäussert (gegen die Pharisäer-Priester), und so steht es auch in den 10 Geboten der Bibel (das Erste und Zweite Gebot). Ausser vor Gott soll man sich vor niemandem niederwerfen.

Die römische Kirche war anfänglich gerade auch deswegen intern sehr zerstritten. Könige und Kaiser machten sich zu Gott. Das einfache, gläubige Volk (darunter auch Volksjuden bzw. Israeliten und Ur-Christen) wurde von den römischen Machthabern getrimmt oder sonst verfolgt. Da schuf Gott den Weg zum Frieden. Die damaligen Gottergebenen nannten diese Form, die sich damals von der neuen römischen Religion unterschied einfach "Islam" (Frieden durch Hingabe).

Nun habe ich noch eine Frage zum Islam. Siehe Beitrag "Beschneidung".

Gruss und Friede

Ahmet




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