Re: Ursprung und Ziel von Religion
Geschrieben von Emilia am 17. April 2005 16:17:
Als Antwort auf: Re: Ursprung und Ziel von Religion geschrieben von kohle am 15. April 2005 23:56:
>>>Der Ursprung der Religionen ist das Ziel innerer Sehnsucht
>>
>>>Wir suchen den Frieden, weil wir uns im Krieg befinden. An unseren Feinden erkennen wir unsere eigenen Hindernisse, die den gesuchten inneren Frieden versperren. Vor ihnen weichen wir aus, vertreiben sie und flüchten vor ihnen. Doch unsere inneren Hindernisse gebären ständig neue Feinde. Dieses Leben ist ein sprudelnder Quell des Kampfes.
>>>Es gibt einen anderen Lebensweg, den Weg der geöffneten Hand anstelle einer geballten Faust. Er löst die Härte in uns. Da sind zum einen Spannungen durch Ängste und Aggressionen, zum anderen werden innere Widerstände aufgebrochen.
>>>Das Auflösen von Angstspannungen befreit Energien, die wir dann als Liebesstrom in uns empfinden. Das Aufbrechen von Widerständen dagegen ist schmerzlich. Letztlich sind diese Widerstände verkrustete Angstspannungen. Im gewöhnlichen Leben weichen wir solchen Zerbrechungssprozessen mit Verdrängung und Verschiebung aus. In der Berührung durch das geistige Licht ist es jedoch möglich, diese Zerbrechung bewusst anzunehmen und zu leben. Diese bewusste Wachsamkeit ist ein Geschenk und wird in den Religionen als Gnade bezeichnet. Es ist das Schwert, welches in den Krieg allen Übels gestoßen wird, nämlich in die Verknotungen unserer eigenen Widerstände. Das bewusste Leben dieses Schmerzes bringt unsere verhärteten Persönlichkeitsstrukturen zum Fließen. Es fließt dann ein Liebesstrom, welcher die Trümmer unserer zerbrochenen Widerstände hinwegspült.
>>>Das Schwert und die Liebe arbeiten Hand in Hand, um Mensch und Menschheit von ihren selbst verursachten Kriegen zu befreien. Diese Bewusstwerdung vermittelt uns nur eine tief verborgene innere Sehnsucht im Herzen. Sie ist der leuchtende Schlüssel in der Tür unserer manipulierten Persönlichkeit.
>>>meint
>>>kohlchen
>
Hallo Kohle!
Leider konnte ich Dein Buch - Schöpfung aktuell - nicht öffnen, deshalb beziehe
ich mich auf Deine Beiträge.
Zunächst ich kenne meine Erfahrungen.
In einer Zeit, in der Begriffe wie geistiges Licht, inneres Wachstum usw.,speziell von der Esoterikszene gerne als Schlagwörter gebraucht werden,
hat mich Dein Bezug dazu interessiert.
Deinen Bezug zur inneren Aufmerksamkeit kann ich gut nachvollziehen, weniger
Deine Definitionen aus d. ersten Beitrag.
Ich empfinde das Leben nicht als "Quell des Kampfes", solange ich meine
Verbindung zu Gott aufrecht erhalte.
Meine Unzulänglichkeiten, Wiederstände, Ängste etc, sehe ich ein wenig ent-
spannter, als in Deinen Beitrag nachzulesen ist.
Inneres Wachstum, auf welchen Weg auch immer, ist für mich ein lebenslanger
Prozess. Abgesehen davon ist Leben neben " Kampf, Angst und lernen,
auch noch Freude und Lebendigkeit. Alles hat eben seine Zeit.
Ich denke, ein Problem unserer Zeit ist unser Egobewußtsein, auch in
religiöser Hinsicht.
Oft wird eine bestimmte religiöse (spirituelle) Richtung konsumiert,
um dann gleich zur Nächsten überzugehen. Wir kreieren unser eigenes
Universum, so wie es unserem Ego gerade angenehm ist.
Meine pers. wichtigsten Erfahrungen durfte ich dann machen, wenn ich von
meinen Plänen und Ansichten (so und so funktioniert die Welt...),
innerlich Abstand nehmen und loslassen konnte, um zu sehen welche Wege Gott
für mich noch offen hält.
Das klingt vielleicht jetzt fatalistisch, ist auch nicht immer ganz einfach,
hat mich aber auf meinen Weg absolut bereichert und läßt mich wachsen.
Abschließend wollte ich nochmals hinzufügen, daß wahre Religiosität für mich in Alltag stattfindet.
Gruß Emilia