Islam – die kommende Bedrohung auch bei uns?
Geschrieben von Kritisch am 26. September 2004 11:03:19:
Heute gelesen unter http://german.faithfreedom.org/forum/viewtopic.php?t=600:„‘Tagespost‘ vom 23.09.04:
Wer integriert da wen?
Nicht nur in Berlin treten Muslime zunehmend aggressiv auf – Anhörung vor dem Innenausschuss des Deutschen BundestagesDT vom 23.09.2004
Von Martina Fietz"Der islamistisch begründete Terrorismus hat mit dem Islam ebenso viel zu tun wie Kreuzzüge und Hexenverbrennungen mit dem Christentum." Die Äußerung von Johannes Kandel von der Friedrich-Ebert-Stiftung am Montag dieser Woche vor dem Innenausschuss des Bundestages ist charakteristisch für eine Wende in der Auseinandersetzung mit der Lehre Mohammeds. Nach Jahren, in denen der Dialog mehr auf scheinbare Harmonie als auf konstruktiven Disput setzte, mehren sich jetzt die Forderungen nach einer kritischen Analyse der islamischen Glaubenssätze. Diese muss nach Ansicht aller Experten in der Anhörung über "islamische Einflüsse auf die Gesellschaft und ihre Auswirkungen auf Integration und Sicherheit" aus der muslimischen Gemeinschaft selbst vorangetrieben werden.
Kritik am Islam weisen Muslime reflexartig zurück
Allerdings: "Von islamischer Seite ist bislang kein Impuls zur Historisierung des Korans ausgegangen", sagte Tilman Nagel, Professor für Arabistik in Göttingen. "Im Gegenteil, alle innerislamische Diskussion über das Verhältnis der koranischen Heilsbotschaft zur Welt kreist bis auf den heutigen Tag um das Problem, wie man diese Welt möglichst vollständig islamisieren könne." Ebenso wie Bundespräsident Horst Köhler und die Vertreter der Kirchen halten auch die Fachleute es nicht für ausreichend, wenn sich die offiziellen islamischen Stellungnahmen auf verbale Distanzierungen von Terror und Gewalt beschränken. Der Koran an sich als Handlungsanweisung für das tägliche Leben sei zu hinterfragen, hieß es bei der Anhörung. Denn, so Nagel, auch Osama Bin Laden argumentiere nicht in sektiererischer Abgrenzung vom Hauptstrom islamischer Gelehrsamkeit, sondern durchaus im Rahmen der allgemein anerkannten Scharia-Normen.
Der theoretisch nachvollziehbare Ruf nach kritischer Distanz steht darum in krassem Gegensatz zur tatsächlichen Entwicklung. "Die reflexartige Zurückweisung eines Zusammenhangs von Islam als Religion und Kultur mit dem Terrorismus der El-Kaida und die Verweigerung eines inhaltlich wirklich substantiellen und kritischen Diskurses nach dem 11. September und weiteren terroristischen Anschlägen zeigt die mangelnde Bereitschaft, sich mit den dunklen Stellen der eigenen Religion und ihrer historischen Praxis auseinander zu setzen", argumentierte Kandel. "Man verharrte in der Opferattitüde und Anklagepose." Dies aber sei zu wenig.
Für Werner Schiffbauer von der Europa-Universität Viadrina liegt es im Interesse der Mehrheitsgesellschaft, dass "überzeugende Gegenpositionen zum ultraorthodoxen Islam entwickelt" werden. In diesem Zusammenhang kritisierte der von den Grünen eingeladene Sachverständige die gegenwärtige Islampolitik des Bundes und der Länder. Es werde beispielsweise mit Polizeikontrollen vor Moscheen erheblicher Druck aufgebaut, der sich langfristig kontraproduktiv auswirken werde. "Wir sind dabei, aus Muslimen Islamisten zu machen", argumentierte auch Professor Udo Steinbach vom Hamburger Orient-Institut. Druck schwäche die Reformer in den Gemeinden systematisch. Gerade auf sie aber kommt es nach den Worten von Schiffbauer an, auf Muslime, die für einen rechtgläubig systematischen Islam europäischer Prägung einträten. Denn ein solcher könne auch innerhalb westlicher Demokratien gelebt werden, westliche und islamische Lebensordnung stünden nicht im Widerspruch zueinander.
Diese optimistische Sicht allerdings schien in weite Ferne zu weisen angesichts der in der Anhörung vorgetragenen Fakten und Äußerungen. "Der Islam bestimmt, was ich esse, wie ich lebe. Er mischt sich auch in das sexuelle Leben mit meiner Frau ein." Diesen Satz spielte Claudia Dantschke vom Berliner Demokratischen Zentrum Kultur den Parlamentariern per Video ein. Er wurde von Engin Noyan gesprochen, der nach den Worten von Dantschke bei der vom Verfassungsschutz beobachteten islamistischen Organisation Milli Görus als Referent erscheint. Noyan schilderte ausführlich, dass gläubige Muslime sich allein nach den Regeln des Koran zu richten hätten und sie auf Dauer nicht in einem Staat leben könnten, der nicht den Islam zur allgemeingültigen Grundlage seiner Ordnung mache.
Nicht Strenggläubige werden massiv unter Druck gesetzt
Dies ist die Realität, die Dantschke in einer Vielzahl von Beispielen eindrucksvoll vor Augen führte: So setzten im Berliner Stadtteil Wedding selbsternannte "Religionswächter" Jugendliche unter Druck. Traditionell gekleidete Muslime erschienen in Jugendclubs und mahnten die Jungen, sie könnten Wichtigeres tun als Karten zu spielen. Sie sollten in die Moschee gehen, um zu beten. Betriebsratsmitglieder aus dem Bezirk berichteten, dass Muslime, die als nicht strenggläubig gelten, von anderen massiv unter Druck gesetzt werden. "Die werden richtig mit Spenden ausgebeutet." Und weiter: "Die haben natürlich Angst."
Dantschke erläuterte, dass in bestimmten Stadtteilen Berlins so genannte orthodoxe Moralvorstellungen den öffentlichen Raum dominierten. Die Kleidung, die Auswahl des Essens, der Besuch der Moschee – alles unterläge der öffentlichen Wahrnehmung und Kontrolle, so dass Muslime, die eine weltoffenere Lebenseinstellung haben, zunehmend aus diesen Vierteln wegzögen.
Schwierig gestaltet sich die Arbeit in den Schulen. Viele muslimische Schüler dürfen nicht an Klassenfahrten teilnehmen und werden vom Biologie- und Sportunterricht abgemeldet. Das geschieht, so Dantschke, mittlerweile mit standardisierten Formularen, die eine Berliner Moschee formuliert hat.
Druck werde immer häufiger auch auf Andersgläubige ausgeweitet. "Mach das Kreuz weg", bekämen christliche Schüler zu hören, berichtete die Islam-Kennerin über Erfahrungen an einer Berliner Gesamtschule. Ein Mädchen aus Italien, das im Sommer in – wohl kurzen – Röcken erschienen sei, hätten Mitschüler so lange als "Schlampe" tituliert und gemaßregelt, bis sie die Schule verlassen habe. Zu Zeiten des Ramadan werde vielfach so lange auf deutsche Jungen eingeredet, bis diese aus Angst ebenfalls fasteten.
Eine Verstärkung dieser Entwicklungen sieht Professor Nagel unter anderem auch in der Verbreitung fundamentalistischer Schriften über das Internet begründet. "Es gibt viele Schriften, die sich auf die Herabwürdigung westlicher Werte verstehen", sagte er. Sie führten dazu, dass sich das Bewusstsein, eine herausragende Stellung einzunehmen, bei vielen Muslimen verstärke. "Moscheen sind längst keine Gotteshäuser mehr, sondern Bildungseinrichtungen", bestätigte auch der Direktor des Orient-Instituts, Steinbach, um wiederum als Lösung aus dem Dilemma ebenfalls vorzuschlagen, diejenigen Kräfte zu stärken, die der Integration aufgeschlossen gegenüber stünden.
Damit war das viel strapazierte Schlüsselwort benannt, das den Weg eines friedvollen Miteinander markieren soll: Inte-gration. Doch wer integriert wen? In der Anhörung im Bundestag wurden zwei Zahlen genannt, die nachdenklich stimmen: Siebzig Prozent der Muslime in Deutschland bezeichnen sich als gläubig. Bei den Christen sind es gerade noch dreißig Prozent.
http://www.die-tagespost.de/Archiv/titel_anzeige.asp?ID=10952“
- aha Checker 26.9.2004 12:01 (0)